Die Unermüdliche
Erst in den vergangenen rund zehn Jahren nahm ihre Karriere richtig Fahrt auf. Ihre Kunstwerke waren auf der Berlin Biennale 2014 zu sehen, außerdem in der Ausstellung »The World Goes Pop« 2015 in der Tate Modern. Es gab große Retrospektiven in Berlin, Madrid, Miami, nächsten Monat folgt London. Sie schuf Zeichnungen, Gemälde, Objekte.
Beatriz González, in Kolumbien geborene Künstlerin, beschäftigte sich über sechs Jahrzehnte unermüdlich mit Fragen von Macht und Konflikt. Auf dem Zentralfriedhof von Bogotá hatte sie zum Beispiel 2009 zu Ehren der namenlosen Opfer von politischer Gewalt und Drogenkriegen 8957 Grabsteine mit Siebdruckverfahren gestaltet: acht Motive mit Silhouetten, jeweils zwei Figuren tragen eine leblose Gestalt. Eine eindringliche Erinnerung an die Verschleppung so vieler Menschen. Beatriz González starb im Alter von 93 Jahren in Bogotá.
González-Gemälde aus dem Jahr 2016: »Desplazamiento horizontal (Horizontal displacement)«
Foto: Galerie Peter Kilchmann