Ursula Andress trauert fast 20 Millionen Euro hinterher

Ursula Andress, 89, war das erste Bondgirl der Geschichte. Als Honey Rider wurde sie an der Seite von Sean Connery in »Dr. No« weltberühmt. Sie war befreundet mit James Dean, verheiratet mit John Derek – kurz gesagt: Andress war Hollywood.

Inzwischen lebt die Schweizer Schauspielerin zurückgezogen in Rom und ist nur noch selten in den Schlagzeilen. Und auf die derzeitigen hätte sie auch bestimmt verzichten können: Denn Andress – so sagt sie – wurde um Millionen von Franken betrogen. Um 18 Millionen, um genau zu sein, das wären rund 20 Millionen Euro.

Denn wie man es sich bei Weltberühmtheiten denkt, gab es nicht nur Wohlgesinnte, die sich um Andress geschart hatten. Ihr ehemaliger, inzwischen verstorbener Vermögensverwalter soll das Geld durch fragwürdige Transaktionen verloren haben und ihr nie etwas gesagt haben. Andress reichte laut dem Schweizer »Blick«  Strafanzeige ein.

»Ich stehe noch immer unter Schock«, sagte sie der Zeitung. »Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt. Acht Jahre lang wurde ich umgarnt und umworben. Sie haben mich skrupellos angelogen und mein Wohlwollen und Vertrauen auf perfide, ja kriminelle Weise ausgenutzt, um mir alles zu nehmen.«

Andress wirft dem ehemaligen Genfer Vermögensverwalter Eric Freymond vor, einen Teil ihres Vermögens in wertlose oder zweifelhafte Aktien investiert zu haben. Auch sollen ohne ihr Wissen Millionen in Kunst geflossen sein, gekauft von Freymonds Frau. Sowohl der tatsächliche Wert der Kunstobjekte als auch deren Verbleib ist Medienberichten zufolge unbekannt.

Es sind nicht die ersten Vorwürfe gegen Freymond. Der Hermès-Erbe Nicolas Puech wirft ihm ebenfalls vor, Vermögen veruntreut zu haben. Im Juli 2025 gab Freymond laut Schweizer Medienberichten bestimmte Sachverhalte zu, zwei Wochen später starb er durch Suizid.

Das Management von Andress beauftragte eigenen Angaben zufolge dennoch die Justizbehörden, um die Manipulation vollständig aufzuklären und die straf- und zivilrechtliche Verantwortung zu klären, heißt es im »Blick«. Laut dem »Tagesanzeiger«  wurden im Kanton Waadt Büros eines Anwalts und eines Notars durchsucht, die mit Freymond zusammengearbeitet hatten. Der Anwalt bestreitet demnach, »irgendeinen Verstoß begangen zu haben«. Der Notar beruft sich auf seine Schweigepflicht.

Andress sagte dem »Blick«, sie könne nicht mehr schlafen, habe Angst- und Wutausbrüche. Es gebe ein Gefühl der Hilflosigkeit. Sie habe gehofft, ihre letzten Jahre glücklich und mit Gelassenheit verbringen zu dürfen. »Und jetzt passiert mir das – ich wurde widerlich betrogen! Ich hoffe, dass die Täter mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Mir geht es sehr schlecht.«

Ursula Andress

Foto: Colin Slater / Hollywood Photo Archive / IMAGO