Snowboard, Biathlon, Rodeln: So läuft der zweite Wettkampftag bei Olympia – und das bringt er noch
Geht es um die Abfahrt der Frauen, könnte zuletzt der Eindruck entstanden sein, dass diese nur stattfindet, wenn auch Lindsey Vonn dabei ist. Die US-Amerikanerin dominiert grundsätzlich die Schlagzeilen im Ski Alpin, das war vor ihrem Comeback genauso der Fall wie danach.

Zu viel Kultur, zu wenig Zeit? Unser „Weekender“-Newsletter sortiert Berlins Highlights für Ihr Wochenende – persönlich kuratiert, kostenlos im Postfach.
Seit einer Woche aber hat der Trubel um ihre Person sogar noch einmal zugenommen. Seit ihr Olympiastart wegen des schweren Sturzes in Crans Montana auf der Kippe stand, verging kein Tag ohne Wasserstandsmeldung. Erst die Diagnose Kreuzbandriss, dann Vonns Ankündigung, trotzdem in Cortina starten zu wollen und schließlich ihre Performance in den Trainingsläufen.
Während sich viele fragten, ob Lindsey Vonn ohne Kreuzband besser Ski fahren kann als Italiens Fackelträgerin Sofia Goggia oder die deutschen Hoffnungsträgerinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann mit intakten Knien, nahm das Drama um den Ski-Star seinen Lauf.
Denn erneut stürzte Vonn schwer. Die 41-Jährige kam schon im Anfangsteil der Strecke nach einem Fehler zu Fall. Sie blieb danach vor Schmerzen schreiend liegen, ehe sie mit dem Rettungshubschrauber per Seilwinde weggeflogen wurde.
Statt eines Happy Ends bei ihrem letzten Großereignis gab es für den wohl größten Star dieser Spiele wieder eine womöglich schwere Verletzung.
Emma Aicher konnte sich hingegen über die erste deutsche Medaille bei diesen Winterspielen freuen. Die 22-Jährige wurde in Cortina d’Ampezzo nur von Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA um die Winzigkeit von 0,04 Sekunden geschlagen. Bronze ging an die italienische Lokalmatadorin und Mitfavoritin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden).
Medaillenentscheidungen am 8. Februar
- 11.30 Uhr, Ski Alpin: Abfahrt Frauen
- 12.30 Uhr, Ski Langlauf: 10 + 10 Kilomer Skiathlon Männer
- 13.00 Uhr, Snowboard: Parallel-Riesenslalom Männer und Frauen
- 14.05 Uhr, Biathlon: Mixed-Staffel 4x6 Kilometer
- 16.00 Uhr, Eisschnelllauf: 5000 Meter Männer
- 17.00 Uhr, Rodeln: Einer Männer
- 19.30 Uhr, Eiskunstlauf: Team-Event
Alles wie erwartet beim Ski Langlauf
Wie erwartet verlief im Anschluss der Skiathlon der Langläufer. Die Norweger konnten ihre Überlegenheit in zwei Medaillen ummünzen. Topfavorit Johannes Klaebo sicherte sich die Goldmedaille. Martin Löwström Nyenget gewann Bronze. Silber ging an den Franzosen Mathis Desloges.
Für Topfavorit Klaebo gab es auf dem Weg zu Gold allerdings ein großes Hindernis: Die Internet-Geschwindigkeit in seinem Zimmer war für den Videospiel-Fan zu langsam. Daher zog der 28-Jährige vor seinem ersten Rennen am Sonntag in Tesero in die Unterkunft seines Trainers Arild Monsen. „Olympia ist gerettet“, jubelte Klaebo danach. Bei seinen Wettkampfreisen hat er stets einen Gaming-Koffer mit dabei.
Die deutschen Langläufer im Kampf um die Medaillen blieben erwartungsgemäß chancenlos.
Die Snowboarderin Ramona Hofmeister hatte sich beim Parallel-Riesenslalom einige Chancen auf eine Medaille ausgerechnet. Doch auch bei ihr machte ein Sturz die Hoffnungen zunichte. Die 29-Jährige schied im Viertelfinale aus.
Hofmeister galt nach ihrem starken Comeback als Medaillenanwärterin. Dabei gab sie nach einer Fraktur des Sprunggelenks erst kurz vor Olympia ihr Comeback im Weltcup – und gewann dort direkt zweimal.
Durchaus überraschend war in der Runde der besten acht Starterinnen auch für die dreifache Olympiasiegerin Ester Ledecka aus Tschechien Endstation. Cheyenne Loch und Elias Huber scheiterten bereits ebenfalls im Achtelfinale.
Die K.-o.-Runde verpassten bei den Männern Stefan Baumeister (18.), Max Kühnhauser (24.) und Yannik Angenend (25.). Bei den Frauen war für Melanie Hochreiter (20.) sowie Mathilda Scheid (26.) früh Schluss.
Gold bei den Damen gewann am Ende Zuzana Maderova aus Tschechien. Die Österreicherin Sabine Payer holte Silber, die Italienerin Lucia Dalmasso Bronze. Bei den Herren verwies der Österreicher Benjamin Karl den Südkoreaner Kim Sang Kyum und den Bulgaren Terwel Samfirow auf die Plätze.
Biathleten holen Bronze in der Mixed-Staffel
Den zweiten deutschen Medaillen-Jubel gab es am Nachmittag in der Mixed-Staffel. Das deutsche Biathlon-Team konnte den eigenen Fluch beenden und startete mit Bronze in Südtirol stark in die Olympischen Winterspiele. Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß erkämpften in Antholz Deutschlands erste Olympia-Medaille in diesem Wettbewerb überhaupt.
Das Quartett musste sich nach einer Strafrunde und drei Nachladern nur Frankreich und Gastgeber Italien geschlagen geben. In den vorherigen drei Olympia-Rennen seit 2014 hatte es für die deutschen Skijägerinnen und Skijäger nie für das Podest gereicht.
In einem spannenden Rennen hatten Strelow, Nawrath und Voigt ohne einen einzigen Nachlader vorgelegt. Doch ausgerechnet Schlussläuferin Preuß zeigte im Kampf um Silber im letzten Schießen Nerven und musste eine Extrarunde drehen. So verschaffte sich Italiens Lisa Vittozzi den entscheidenden Vorteil. Preuß hatte dann noch Glück, denn Norwegens Maren Schirkeeide musste gleich zweimal in die Strafrunde. Dennoch war der Jubel im Ziel vor rund 18.000 Zuschauern groß.
Die deutschen Eisschnellläufer gehören bei den Männern hingegen nicht zu den Medaillenkandidaten über 5000 Meter und im Teamwettbewerb der Eiskunstläufer ist erst gar keine Mannschaft aus Deutschland mit dabei. Dafür soll es für die deutschen Rodler gleich zu Beginn der Wettbewerbe im neuen Eiskanal von Cortina mit Gold, Silber oder Bronze klappen.
Nach dem ersten Wettkampftag im Männer-Einsitzer sieht es für Max Langenhan jedenfalls gut aus. Der Weltmeister führt zur Halbzeit vor dem Österreicher Jonas Müller und Dominik Fischnaller aus Italien. Felix Loch hingegen liegt nach zwei Läufen als Achter schon weit zurück und muss am Sonntag auf ein olympisches Wunder hoffen. (mit dpa).