Schauspieler Ian McKellen hält Shakespeare-Monolog gegen Trump
Immer mehr Prominente sprechen sich in den USA gegen die Einwanderungspolitik von Donald Trump aus. Bei den diesjährigen Grammys kritisierten mehrere Künstler das gewaltsame Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE – darunter Billie Eilish, Olivia Dean und Bad Bunny. Letzterer betonte in seiner Rede: »Wir sind keine Aliens, wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner.«
Einen besonders kreativen Weg aber fand Sir Ian McKellen bei einem Auftritt in der »Late Show« von Comedian Stephen Colbert. Der für seine Rollen als Gandalf in »Der Herr der Ringe« und Magneto in den »X-Men«-Filmen bekannte Schauspieler hielt einen mehr als 400 Jahre alten Monolog aus dem Theaterstück »Sir Thomas More«, zu dessen Mitautoren auch William Shakespeare gehört. Das Stück handelt von dem jungen Anwalt und späteren Märtyrer Thomas Morus, der in dieser Szene eine Menge von wütenden Demonstranten anspricht, die gegen Ausländer protestieren.
Das Stück sei damals zu »seditious« – also aufrührerisch – gewesen, sagt McKellen, der bereits in mehr als 20 Shakespeare-Stücken mitgewirkt hat, zunächst. Dann trägt der 86-Jährige den Monolog dem Publikum vor.
Als McKellen von seinem Platz aufsteht, wird es dunkel und leise im Studio der »Late Show«, ein Scheinwerfer fällt auf den Schauspieler. Sein Monolog appelliert an das Mitgefühl und die Vernunft der Menschen: More bittet eine gegen Einwanderer aufbegehrende Menge, sich vorzustellen, sie selbst seien Fremde in einem anderen Land. Ohne Heimat, mit Kindern und wenig Habseligkeiten. »Was würdet ihr denken, so behandelt zu werden?«, zitiert McKellen, den Blick in die Kamera gerichtet. Wenn sie auf Hass, Ablehnung und Gewalt stoßen würden? Sichtlich bewegt geht Colbert nach seiner Darbietung auf McKellen zu. Das Publikum applaudiert tosend.
Auf Instagram bringt es der Account der »Late Show« auf den Punkt. Unter einem Video des Monologs von McKellen steht: »Leave it to Shakespeare and Ian McKellen to so eloquently speak of man’s mountanish inhumanity« – sinngemäß: »Überlasst es Shakespeare und Ian McKellen, so eloquent von der gewaltigen Unmenschlichkeit des Menschen zu sprechen.«