Sean Penn verpasst die Oscars, weil er in der Ukraine ist
Hollywoodstar Sean Penn hat die Oscarverleihung wegen einer Reise in die Ukraine verpasst. Ein ranghoher Vertreter der ukrainischen Regierung sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Kyjiw, der US-Schauspieler und Filmemacher halte sich zu einem »Privatbesuch« in Kyjiw auf, um die Ukraine zu »unterstützen«. Zuerst hatte die »New York Times« über Penns Reise berichtet.
»Er ist in der Ukraine, aber es handelt sich um einen Privatbesuch«, sagte der ukrainische Regierungsvertreter. Im Laufe des Tages soll Penn demnach von Präsident Wolodymyr Selenskyj empfangen werden. Später will der Schauspieler nach Angaben eines anderen Regierungsvertreters auch »die Front« im Osten der Ukraine besuchen.
Penn hatte für seine Rolle im satirischen Actionthriller »One Battle After Another« am Sonntagabend den Oscar als bester männlicher Nebendarsteller erhalten – seinen dritten Oscar insgesamt. Mit seinem Sieg am Sonntag reiht sich Penn in den kleinen Kreis der Schauspieler ein, die drei Oscars gewonnen haben. Dazu gehören Meryl Streep, Daniel Day-Lewis, Jack Nicholson und Ingrid Bergman. Penn hatte für seine Rolle davor schon den BAFTA und einen Schauspielerpreis der »Screen Actors Guild« gewonnen. Auch diese Preisverleihungen ließ er jedoch ausfallen.
Penn ist einer der entschiedensten Unterstützer der Ukraine in Hollywood und ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges schon mehrfach in das Land gereist. Er war auch in Kyjiw, als im Februar 2022 die russische Invasion begann. Penn drehte damals einen Dokumentarfilm über Präsident Wolodymyr Selenskyj, der 2023 auf der Berlinale Premiere feierte. Damals schloss er auch Freundschaft mit Selenskyj. Er schenkte dem ukrainischen Präsidenten, der selbst Schauspieler war, einen seiner Oscars. Den könne er zurückgeben, sagte Penn, wenn der Krieg gewonnen sei.