Aktivisten hängen Bild von Ex-Prinz Andrew im Louvre auf
Es ist ein Bild, das weltweit für Furore sorgte: Offenbar im Schock erstarrt, reißt der ehemalige Prinz Andrew Mountbatten-Windsor auf der Rückbank eines Autos seine Augen weit auf, während er im Sitz versinkt. Sein linkes Auge leuchtet in schwachem Rot, so wie man es im Kino von dem Kampfroboter Terminator kennt, wenn dem nach langem Kampf die Lichter ausgehen. Ein mutmaßlicher Täter fällt in sich zusammen.
Das Foto wurde am Donnerstag vergangener Woche von dem Reuters-Mitarbeiter Phil Noble aufgenommen. Der Fotograf konnte Mountbatten-Windsor ablichten, als dieser im Wagen aus der Polizeidienststelle Aylsham in Norfolk eskortiert wurde.
Weiterleitung vertraulicher Dokumente
Die Polizei hatte den Bruder von König Charles zuvor gegen acht Uhr am Morgen auf seinem Anwesen in Sandringham festgenommen. Ermittler werfen dem 66-Jährigen Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vor. Mountbatten-Windsor soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen US-Unternehmer und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet haben.
Nun haben Aktivisten das berühmte Foto im Rahmen einer Guerilla-Aktion im Louvre in Paris aufgehängt. Mountbatten-Windsors Schreckgesicht kommt als Kleinformat daher, wurde aber immerhin mit einem goldenen Rahmen versehen. Das Werk, das zwischen Gemälden alter Meister hängt, trägt den Titel »He's Sweating Now – 2026« (»Jetzt schwitzt er«) – eine Referenz auf ein BBC-Interview, in dem Mountbatten-Windsor einst behauptete, er könne wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung, die aus seinem Einsatz im Falklandkrieg herrühre, nicht schwitzen.
Mit dem Interview wollte Andrew damals eigentlich in die Verteidigung gehen. Er erreichte das Gegenteil. Die britische Presse sprach von einem »Car Crash«-Interview, einer Imageoffensive wie ein Autounfall.
Wie unter anderem der »Daily Telegraph« berichtete , hing das jetzt im Louvre aufgetauchte Bild wohl nur 15 Minuten an der Wand des Ausstellungsraumes. Die Zeit reichte aber, um das Guerilla-Kunstwerk abzufotografieren und abzufilmen – und so aus dem schon ikonografischen Pressebild eine weitere Abbildung zu generieren, die sich wohl im kollektiven Gedächtnis halten wird.