BBC bittet nach rassistischen Zwischenrufen bei Bafta-Verleihung um Entschuldigung
Die BBC hat sich nach rassistischen Zwischenrufen während der Verleihung der britischen Filmpreise erklärt und um Entschuldigung gebeten. In der aufgezeichneten Übertragung von Sonntagabend war zu hören, wie jemand das N-Wort rief, als die schwarzen Schauspieler Delroy Lindo, 73, und Michael B. Jordan, 39, auf der Bühne standen. Der Ausschnitt wurde im Internet etliche Male verbreitet.
Die BBC hat sich nun dafür entschuldigt, die Zwischenrufe nicht herausgeschnitten zu haben. Ein BBC-Sprecher sagte, dass die Zwischenrufe mittlerweile aus der Aufzeichnung entfernt wurden. Laut der BBC sind die verbalen Entgleisungen mit dem Tourettesyndrom von John Davidson zu erklären.
Drama über Tourette-Aktivisten
Bei den Filmpreisen spielte das britische Drama »I Swear« eine große Rolle. Robert Aramayo wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. In »I Swear« verkörpert er den schottischen Tourette-Aktivisten Davidson, der im Publikum saß. Die neurologische Erkrankung führt zu Ticks, bei denen Menschen ungewollt Bewegungen ausführen und teils Laute oder Worte von sich geben, oft sind dies Beleidigungen.
In der ersten Hälfte der Preisverleihung waren dem Magazin »Variety« zufolge auch andere beleidigende Äußerungen zu hören. Moderator Alan Cumming dankte dem Publikum noch während der Show für das Verständnis und erklärte den Hintergrund des Tourettesyndroms.
Kritik am Umgang mit der Situation kam unter anderem von Schauspieler Wendell Pierce, 62. Pierce schrieb bei X, es sei ärgerlich, dass die erste Reaktion keine »vollständige und uneingeschränkte Entschuldigung« bei Lindo und Jordan gewesen sei. Auch die Szenenbildnerin Hannah Beachler, die wie Jordan und Lindo am Film »Blood & Sinners« mitgewirkt hatte, kritisierte Moderator Cumming für seine Wortwahl auf der Bühne. Auch an sie selbst sei das N-Wort gerichtet worden.