»Marty Supreme«-Star Odessa A’zion zieht sich aus A24-Film zurück
Nach dem Rückzug der Schauspielerin Odessa A’zion aus der A24-Romanadaption »Deep Cuts« haben mehr als 100 Latino-Künstlerinnen und -Künstler einen offenen Brief an Hollywood verfasst. Darin fordern sie mehr authentische Repräsentation und bessere Chancen für Darstellerinnen und Darsteller lateinamerikanischer Herkunft in der Filmbranche.
Nach Bekanntgabe der Besetzung kam es online vermehrt zu Kritik. Auslöser war die Debatte über die Rolle der Zoe Gutierrez, eine Figur mit mexikanisch-jüdischem Hintergrund. »Ich hatte das Buch nicht gelesen und hätte auf alle Aspekte von Zoe achten sollen«, entschuldigte sich die Schauspielerin auf Instagram.
Der nun im Branchendienst »Deadline« veröffentlichte Brief , initiiert von »Doctor Strange«-Star Xochitl Gomez, prangert ein systematisches Problem an: »Die Abwesenheit von Latina-Casting-Möglichkeiten und die Entscheidung, eine klare Latina-Figur durch eine Nichtlatina-Schauspielerin zu ersetzen, signalisiert eine breitere, anhaltende Auslöschung unserer Gemeinschaft«, heißt es in dem Schreiben.
»Authentische Repräsentation«
Zu den Unterzeichnern gehören prominente Namen wie Eva Longoria, John Leguizamo, Jessica Alba, Danny Ramirez, Isabela Merced und Michael Peña. Sie verlangen konkrete Maßnahmen: mehr Latino-Darstellerinnen und -Darsteller für vielfältige Rollen, mehr Führungskräfte lateinamerikanischer Herkunft in Entscheidungspositionen und die frühe Einbindung der Community in die Entwicklungsphase.
»Authentische Repräsentation bedeutet, mehr als nur einen Darsteller zu besetzen, der wie die Figur aussieht«, betonen die Unterzeichner. Es gehe darum, die betroffenen Gemeinschaften nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera einzubeziehen.
Der Brief lobt A’zion ausdrücklich dafür, »zugehört, reflektiert und sich entschieden zu haben, das Projekt zu verlassen und eine Verbündete zu werden«. Gleichzeitig stellt er die grundsätzliche Frage: »Wie konnte das überhaupt passieren?«
Die Verfilmung von Holly Brickleys Roman unter der Regie von Sean Durkin soll mit Cailee Spaeny und Drew Starkey realisiert werden. Ursprünglich waren Saoirse Ronan und Austin Butler für die Hauptrollen vorgesehen, mussten aber wegen Terminproblemen absagen.
A’zion hatte eigentlich für eine andere Rolle vorgesprochen, so schreibt es »Deadline«, dann aber das Angebot für Zoe erhalten und »sofort Ja« gesagt. A'zion ist so etwas wie zum neuen Indie-Liebling geworden, dank ihrer Rollen der Tallulah Stiel in der HBO-Comedy »I Love LA« und »Marty Supreme«, der ihr eine Bafta-Nominierung einbrachte. Zuvor spielte sie in kleineren Rollen, unter anderem in der Serie »Nashville« und dem Film »Am I Ok?«. A’zion wuchs in Los Angeles, Boston und Neufahrn (Deutschland) auf. Sie ist die Tochter der Schauspielerin, Drehbuchschreiberin und Produzentin Pamela Adlon (»Californication«, »Better Things«) und Felix Adlon, Nachfahre der Berliner Hotelierdynastie.