Ohne Sophie Kinsella wäre Jojo Moyes heute keine Bestsellerautorin, sagt sie
Die kürzlich verstorbene Bestsellerautorin Sophie Kinsella hat offenbar entscheidenden Anteil am Erfolg des Romans »Me Before You« von Jojo Moyes. Wie Moyes nun schilderte, war es Kinsella, die sie dazu ermutigte, das Buch fertigzustellen, als sie das Projekt bereits aufgeben wollte.
In der BBC-Radiosendung »Desert Island Discs« berichtete Moyes, sie habe nach Jahren ohne nennenswerten kommerziellen Erfolg an ihrer Karriere gezweifelt und das Schreiben des Romans nach rund 20.000 Wörtern beinahe abgebrochen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen habe sie Kinsella von ihren Sorgen erzählt. Diese habe ihr gesagt, sie müsse dieses Buch unbedingt zu Ende schreiben. Auch Kinsellas Ehemann habe Moyes später noch einmal bestärkt, das Projekt fortzuführen: »Jojo, Maddy hat mir von diesem Buch erzählt, und ich finde auch, du solltest es schreiben.«
Kinsellas Unterstützung widerspricht dem oft beschworenen Bild eines Konkurrenzkampfs unter Frauen, insbesondere in der Literaturbranche. Gerade in einem Markt, in dem Autorinnen häufig um Sichtbarkeit, Vorschüsse und Verkaufszahlen konkurrieren, ist gegenseitige Ermutigung keine Selbstverständlichkeit.
Es verdeutlicht, wie prägend solidarische Unterstützung für literarische Laufbahnen sein kann.
Der Roman entwickelte sich in der Folge zu einem internationalen Bestseller. 2016 wurde »Me Before You« mit Emilia Clarke und Sam Claflin in den Hauptrollen erfolgreich verfilmt. Die Geschichte um Louisa Clark, eine junge Frau aus der Arbeiterklasse, die als Pflegerin für den nach einem Unfall querschnittsgelähmten Will Traynor arbeitet, berührte weltweit ein Millionenpublikum. Inspiriert war der Stoff von einem realen Zeitungsbericht über einen jungen Rugbyspieler, der nach einem schweren Unfall tetraplegisch war und sich für assistierten Suizid in der Schweiz entschied.
Sophie Kinsella, deren bürgerlicher Name Madeleine Sophie Wickham war, zählte selbst zu den erfolgreichsten Autorinnen zeitgenössischer Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher wurden mehr als 45 Millionen Mal verkauft und in zahlreiche Sprachen übersetzt, besonders populär sind ihre »Shopaholic«-Romane. 2022 wurde bei ihr eine aggressive Form von Hirnkrebs diagnostiziert. Sie starb Anfang dieses Monats im Alter von 55 Jahren.
Moyes würdigte ihre Freundin als wichtigen Wendepunkt in ihrem Leben. Sie habe zwar gewusst, dass sie an das Buch glaubte, aber nicht geahnt, welche Wirkung es auf Leserinnen und Leser weltweit haben würde. Dass sie es überhaupt zu Ende geschrieben habe, verdanke sie maßgeblich Kinsella. »Ich liebe sie aus vielen Gründen – und das ist einer davon«, sagt sie.
Jojo Moyes liegt viel an Freundschaft unter Frauen. Ohne ihre beste Freundin hätte sie den Tod ihrer Mutter und die Trennung von ihrem Mann nicht verkraftet, sagt sie. Ein Interview über Solidarität unter Frauen und Bücher über Freundschaft. Mehr dazu lesen Sie hier.