Champions League: Vor Bayern-Duell: BVB will ins Königsklassen-Achtelfinale
Der anstehende Klassiker gegen den FC Bayern? Wird ausgeblendet. Der andauernde Poker um eine Vertragsverlängerung mit Nationalspieler Nico Schlotterbeck? Ruht für 90 Minuten. Vor dem Playoff-Rückspiel von Borussia Dortmund bei Atalanta Bergamo am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) zählt für die BVB-Bosse nur der millionenschwere Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse. Passend dazu entspannt sich die Personalsituation in der Abwehr.
„Das wird ein heißes Match. Wir müssen scharf sein“, mahnte Sportdirektor Sebastian Kehl vor dem Auftritt in Norditalien volle Konzentration an und gab der Mannschaft einen klaren Auftrag mit auf den Weg: „Wir wollen eine Runde weiterkommen. Das müssen wir schaffen.“
Bayern-Duell soll nicht ablenken
Während Fußball-Deutschland bereits dem Bundesliga-Gipfeltreffen der Dortmunder mit dem Branchenprimus aus München am kommenden Samstag entgegenfiebert, lenken die BVB-Verantwortlichen den vollen Fokus auf das Gastspiel in Bergamo. Denn trotz des 2:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel darf sich der Bundesliga-Zweite im Kampf um das Weiterkommen, das weitere elf Millionen Euro einbringt, nicht in Sicherheit wiegen.
„Das Ergebnis ist trügerisch. Wir wissen, dass es schwer wird. Bergamo wird auf ein schnelles Tor aus sein“, warnte Kehl. Deshalb sei er gedanklich „nicht bei den Bayern“. Das gilt auch für Trainer Niko Kovac. „Ich schaue nur auf das, was kommt, und nicht auf das, was in Zukunft sein wird. Jetzt ist Bergamo. Die Bayern kommen erst am Wochenende“, sagte der 54-Jährige.
Kleines Schmankerl am Rande: Sollte Dortmund weiterkommen, könnte es in der nächsten Runde erneut zum Duell mit dem deutschen Rekordmeister kommen. Der andere mögliche Gegner ist Englands Tabellenführer FC Arsenal. Um bei der Auslosung am Freitag in der UEFA-Zentrale in Nyon dabei zu sein, muss das Zwei-Tore-Polster ins Ziel gebracht werden.
Stresstest für dezimierte Abwehr
Dafür bedarf es gegen den Tabellensiebten der Serie A einer besseren Defensivleistung als zuletzt beim 2:2 in Leipzig. Da ließ sich der BVB in den ersten 45 Minuten teilweise vorführen. „In der ersten Halbzeit waren wir nicht auf dem Niveau, das wir uns vorgenommen hatten“, befand Kehl im Rückblick und forderte: „Wir brauchen eine ähnliche Moral, eine ähnliche Stabilität, eine ähnliche Haltung, die wir in der zweiten Halbzeit hatten.“
Wie gut, dass es beim Abschlusstraining zwei Überraschungen gab: Neben dem zuletzt angeschlagenen Nico Schlotterbeck absolvierte auch der längere Zeit verletzte Emre Can das Abschlusstraining - und beide flogen mit nach Bergamo.
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Kapitän Can fehlte seit Ende Januar mit Adduktorenproblemen, Schlotterbeck wegen muskulärer Probleme unter anderem auch beim 2:0-Hinspielerfolg gegen Bergamo. Zuletzt hatte Anton eine ganz wichtige Rolle in der Defensive. Der 29-Jährige hielt die personell ausgedünnte Abwehr zusammen. „Er hilft der Mannschaft unheimlich mit seiner Stabilität, Aggressivität, Robustheit und auch mit seinem Leadership“, schwärmte Kovac unlängst von dem Nationalspieler.
„Der Waldi hat absolut den Hut aufgehabt. Er steht seinen Mann und ist ein Vorbild - sowohl auf als auch neben dem Platz“, lobte Kovac und ergänzte: „Er ist ein Vollprofi durch und durch. Der Junge lebt, schläft, trinkt Fußball.“
BVB hat gute Erinnerungen
Typen wie Anton, Schlotterbeck und Co. braucht der Bundesliga-Zweite in der hitzigen Atmosphäre von Bergamo, wo der BVB vor acht Jahren schon einmal bestehen konnte. Nach einem 3:2-Heimsieg im Hinspiel reichte damals ein 1:1 zum Einzug ins Achtelfinale der Europa League. Ein gutes Omen - mehr aber auch nicht.
„Ein 2:0 ist tückisch, wenn du noch ein Auswärtsspiel vor der Brust hast“, warnte Offensivspieler Julian Brandt. Angesichts von erst einer Saison-Niederlage in der Bundesliga und zuletzt fünf ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie könne man aber „mit breiter Brust“ auftreten.
Mut macht auch die Statistik. Auf internationalem Terrain reichte dem BVB in 19 von bisher 20 Fällen ein Zwei-Tore-Vorsprung zum Weiterkommen, während Bergamo noch nie einen solchen Rückstand aufholen konnte.
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