Paapa Essiedu berichtet von Morddrohungen wegen Rolle in »Harry Potter«-Serie

Die Besetzung des Schauspielers Paapa Essiedu, 35, als Severus Snape in der neuen »Harry Potter«-Serie von HBO hat bei Teilen der Anhängerschaft der Buchreihe wenig Begeisterung ausgelöst, bei Internettrollen geht das bis zu blankem Hass. Denn Essiedu ist schwarz, die Figur Snape in der Buchvorlage von J.K. Rowling weiß.

Nun hat Essiedu darüber gesprochen, welchen Angriffen er sich nach Bekanntwerden seiner Rolle in der Serie ausgesetzt sah. In einem Interview mit »The Sunday Times«  erzählte der Schauspieler, was ihm seit Monaten in den sozialen Medien entgegenschlage. Er habe rassistische Anfeindungen und Morddrohungen erhalten.

Menschen hätten ihm geschrieben, dass sie ihn töten würden, wenn er die Rolle nicht aufgeben würde. »Die Realität ist: Wenn ich mir Instagram anschaue, sehe ich, wie jemand schreibt: ›Ich komme zu dir nach Hause und bringe dich um‹«, sagte er. »Auch wenn ich hoffe, dass mir nichts passieren wird, sollte niemand so etwas erleben müssen, nur weil er seine Arbeit macht.«

Essiedu will sich davon nach eigenen Worten aber weder entmutigen lassen noch sich aus den sozialen Medien zurückziehen. »Die Beleidigungen treiben mich an.« Er sei nun noch entschlossener, der Rolle seinen Stempel aufzudrücken, sagte er in dem Interview. Als Kind habe er davon geträumt, auf einem Besen in Hogwarts unterwegs zu sein. Kalt lasse ihn der Hass aber nicht. »Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das emotional nicht berührt.«

Die »Harry Potter«-Serie war bereits Gegenstand einiger Kontroversen. Schauspieler John Lithgow, der Albus Dumbledore spielen wird, hat kürzlich mitgeteilt, dass er aufgrund der Ansichten von Rowling überlegt habe, aus der Serie auszusteigen.

Die Autorin ist in der Vergangenheit immer wieder mit umstrittenen Äußerungen gegenüber trans Personen aufgefallen. Kritiker werfen ihr vor, Hass gegen trans Menschen zu schüren. Prominente Schauspieler aus den »Harry Potter«-Filmen, wie Hauptdarsteller Daniel Radcliffe und Hermine-Darstellerin Emma Watson, distanzierten sich von ihr.

Als Essiedu im April 2025 einen offenen Brief unterzeichnet hatte, der sich solidarisch mit trans Personen zeigte, äußerte sich Rowling dazu. Sie habe nicht die Macht, »einen Schauspieler aus der Serie zu entlassen«, sagte sie zu Spekulationen, sie könnte aufgrund seiner gegensätzlichen Haltung zu trans Personen Maßnahmen gegen Essiedu ergreifen. Sie würde dies auch nicht tun, wenn sie könnte. »Ich halte nichts davon, Menschen ihren Arbeitsplatz oder ihren Lebensunterhalt zu nehmen, nur weil sie rechtlich geschützte Überzeugungen vertreten, die sich von meinen unterscheiden.«