„Vallah haram“, „einfach gottlos, ich schwöre“: Ferat Koçak bringt mit Jugendsprache Bundestag zum Lachen

Der Neuköllner Abgeordnete Ferat Koçak (Linke) hat mit einer Antwort in Jugendsprache in der Aktuellen Stunde des Bundestages für einige Lacher gesorgt.

Koçak sprach im Parlament zum Stromausfall im Berliner Südwesten und kritisierte dabei das Krisenmanagement des Senats, Wegners fehlende Empathie für Betroffene und sprach über seine Betroffenheit mit den Geschädigten.

In einer Nachfrage wollte dann der CSU-Abgeordnete Reinhard Brandl von dem Linken-Politiker wissen, warum Koçak nicht von einem linksterroristischen Anschlag sprach und sich so schwer damit tue. Was der CSU-Poltiker offenbar überhört hatte: Sehr wohl verwendete Koçak das Wort „Anschlag“ – auch wenn er nicht darauf einging, dass Linksextreme sich dazu bekannt hatten.

Vallah ehrenlos dieser Anschlag.

Ferat Koçak, gewählter Abgeordneter für Neukölln, auf Nachfrage eines CSU-Abgeordneten zum Stromausfall in Berlin.

Koçak antwortete Brandl – in ungewohntem Ton: „Vallah ehrenlos dieser Anschlag. Deshalb habe ich ihn auch klar verurteilt. Rentnerinnen, Kranke, Pflegebedürftige, Familien mit Kindern bei eisiger Kälte ohne Strom. Haram, was sonst?“, sagte der Linken-Politiker. „Also, warum lenken sie vom eigentlichen Problem ab und machen Auge auf meine Rede?“, fragte Koçak anschließend den CSU-Abgeordneten.

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Dann beendete der Neuköllner Abgeordnete seine Antwort mit einem Kommentar zum Tennis-Eklat um Berlins Regierenden Kai Wegner (CDU) mit den Worten „einfach gottlos, ich schwöre“. Durch den nur spärlich belegten Plenarsaal ertönt im Anschluss aus einigen Fraktionen ein Lachen. Aus seiner Fraktion applaudieren ihm viele.

Am 3. Januar hatten mutmaßlich Linksextremisten einen Brandanschlag auf Stromkabel am Heizkraftwerk Lichterfelde verübt. Zeitweise hatten 45.000 Haushalte bei keinen Strom. Erst am 7. Januar war die Versorgung wieder hergestellt.

Neuköllner Abgeordneter wurde Opfer einer rechtsextremen Anschlagsserie

Der 46-jährige Ferat Koçak ist direkt gewählter Abgeordneter für Neukölln. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr errang er nach Angaben seiner Partei als erster Linken-Politiker das Direktmandat in einem westdeutschen Wahlkreis.

Bekannt wurde er als Betroffener einer rechtsextremen Anschlagsserie in Neukölln. Im Jahr 2018 wurde ein Brandanschlag auf das auf dem Grundstück seiner Familie im Süden Neuköllns abgestellte Auto Koçaks verübt.