„Wir haben es satt“: Tausende wollen zum Start der Grünen Woche in Berlin für eine andere Agrarpolitik demonstrieren
Mehrere Tausend Menschen wollen am Samstag in Berlin für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Agrarpolitik demonstrieren. Wie in jedem Jahr ruft ein Bündnis aus rund 60 Organisationen parallel zur Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ zu dem Protest unter dem Titel „Wir haben es satt“ auf. Angemeldet sind laut einer Polizeisprecherin 9000 Teilnehmende. Auch die Grünen-Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl 2026, Werner Graf und Bettina Jarasch, haben ihre Teilnahme angekündigt.

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Die Demonstration soll um 12 Uhr am Platz des 18. März am Brandenburger Tor starten. Anschließend zieht der Protestzug durch das Regierungsviertel, über die Französische Straße bis zur Friedrichstraße und dann über Unten den Linden zurück zum Startpunkt. Dort soll gegen 12 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden. An der Demonstration sollen auch Bäuer:innen mit ihren Treckern teilnehmen.
Das Bündnis verschiedener landwirtschaftlicher, Umwelt- und politischer Gruppen kritisiert insbesondere die schwarz-rote Bundesregierung. Diese beschließe „einen agrarpolitischen Rückschritt nach dem anderen“, heißt es in einer Mitteilung. Das Bündnis fordert unter anderem Bauernhöfe statt Agrarindustrie zu fördern, die Haltungsbedingungen der Tiere und den Einsatz von Gentechnik klar zu kennzeichnen und Investitionen in den Umbau einer nachhaltigen und ökologischen Landwirtschaft.
So würden die Preise für Lebensmittel immer weiter steigen, obwohl Bäuer:innen keine kostendeckenden Preise für ihre Produkte erhalten würden. Jährlich müssten daher rund 2600 landwirtschaftliche Betriebe schließen, heißt es in dem Aufruf zur Demonstration. Und weiter: „Dieses System schadet Mensch, Tier und Natur – und treibt die Klimakrise voran.“
Zu den Organisatoren zählt etwa der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Die aktuelle Regierung ist im Rückwärtsgang und wickelt viele positive Entwicklungen der letzten Jahre ab“, sagte deren Vorsitzender Olaf Bandt bei einer Pressekonferenz. So würde etwa das Düngerecht verwässert und der Einsatz von Pestiziden dereglementiert, statt das Grundwasser besser zu schützen.
In den vergangenen Jahren nahmen jeweils mehrere Tausend Menschen an der Demonstration teil. Im Anschluss findet in und vor der Heinrich-Böll-Stiftung ein „Fest der Agrarwende“ statt: Geplant sind Workshops, Infostände und Vorträge zu verschiedenen Themen rund um eine nachhaltige Landwirtschaft.