Eiskunstlauf-WM in Prag: Ilia Malinin hofft auf Happy End nach dem Olympia-Schock

Es war vielleicht das Drama der Olympischen Spiele in Mailand: Eiskunstläufer Ilia Malinin, der als selbst ernannter „Vierfach-Gott“ zur Goldmedaille im Einzel springen wollte, brach unter dem großen Druck regelrecht zusammen und stürzte gleich mehrfach bei seiner Kür.

Dennoch besteht für den 21 Jahre alten US-Amerikaner die Chance auf ein Happy End in dieser Saison. Olympiasieger kann er zwar erst 2030 in Frankreich werden. Aber bei den Weltmeisterschaften in Prag, die an diesem Mittwoch mit dem Kurzprogramm der Frauen (11.30 Uhr, Eurosport und ZDF-Mediathek) und Paare (18.45 Uhr, Eurosport und ZDF-Mediathek) beginnen, kann er sein beeindruckendes Können noch einmal präsentieren. Und zeigen, dass er den Schock aus Mailand verarbeitet hat.

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In einem Interview mit der „Sportschau“ Anfang März hatte er tiefe Einblicke gegeben und gesagt, dass ihn die Erfahrung bei den Spielen sogar habe reifen lassen. „Ich habe so viel mehr Follower, so viel mehr Fans, die mich unterstützen und mir wirklich geholfen haben, zu spüren, wie viel Einfluss ich auf den Sport habe“, sagte er. „Wenn ich einfach nur auf der Straße bin, erkennen die Leute mich jetzt. Ich habe erkannt, wer ich wirklich bin.“

Allerdings hatte er unmittelbar nach den Erlebnissen in Mailand schwere Tage durchlebt. Malinin musste ertragen, wie ein anonymer Mob im Internet über ihn herzog. „Widerwärtiger Online-Hass greift den Verstand an, und Angst lockt ihn in die Dunkelheit – ganz gleich, wie sehr man versucht, angesichts des endlosen, unüberwindbaren Drucks bei Verstand zu bleiben“, äußerte er sich auf Instagram.

„Der liebe Gott hat ihm alles mitgegeben“

Zuvor hatte Malinin eine Art dauerhaften Glücksrausch erlebt. Getragen von der Begeisterung der Fans auf der ganzen Welt und dem Gefühl, dass eigentlich nichts schiefgehen kann, schwebte er über das Eis und stellte eine Bestmarke nach der anderen auf. Mehr als zwei Jahre war er zuvor unbesiegt gewesen.

Der Vierfach-Axel und der Rückwärtssalto mögen das Offensichtlichste sein, aber es ist eben das Gesamtpaket, das ihn so einzigartig macht. Aljona Savchenko, Paarlauf-Olympiasiegerin von 2018, hatte im Interview mit dem Tagesspiegel gesagt: „Er hat ein wahnsinniges Talent, eine einzigartige Technik und hat gute Gene mitbekommen. Der liebe Gott hat ihm alles mitgegeben, und er weiß das zu nutzen.“ Am Donnerstag beginnt sein Wettbewerb mit dem Kurzprogramm.

Es war eine sehr anstrengende und fordernde Saison, daher liegt der Fokus darauf, konzentriert zu bleiben, aber auch Freude auszustrahlen.

Minerva Hase, Bronzemedaillengewinnerin im Olympia-Paarlauf

Für die Berliner Paarläufer Minerva Hase und Nikita Wolodin wird die WM in der tschechischen Hauptstadt eine Art Zugabe sein. Obwohl auch bei ihnen die Olympia-Kür nicht ganz wie erhofft lief, wirkten sie schon kurz danach äußerst erfüllt, die Bronzemedaille gewonnen zu haben – dreieinhalb Jahre, nachdem sie zusammengefunden hatten.

„Wir durften von den Olympischen Spielen mit einer Medaille nach Hause fahren, sind ein perfektes Kurzprogramm gelaufen und haben in der Kür bis zur letzten Sekunde gekämpft. Ich bin mehr als glücklich über den Ausgang“, sagt Minerva Hase über die Erlebnisse in Mailand.

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„Bei der WM wollen wir die Saison gerne auf einem guten Level beenden“, schaute sie auf die kommenden Tage voraus. Einige Paare, unter anderem die Olympiasieger aus Japan, verzichten auf einen Start, was die Chancen auf einen Triumph zusätzlich erhöht.

Hocke und Kunkel haderten mit Jury-Bewertungen

Darauf liegt Hases Fokus aber zunächst nicht. „Unser Ziel ist es wie immer, zwei fehlerfreie Programme zu zeigen. Es war eine sehr anstrengende und fordernde Saison, daher liegt der Fokus darauf, konzentriert zu bleiben, aber auch Freude auszustrahlen.“

Nach dem letzten wichtigen Event in dieser Saison wird dann auch die Entscheidung fallen, wie es für die beiden weitergeht. Noch in den Katakomben der Mailänder Arena hatte Hase gesagt, dass sie diese Saison in Ruhe zu Ende bringen, um dann eine Entscheidung zu treffen, ob sie gemeinsam in Richtung Frankreich 2030 laufen.

Annika Hocke und Robert Kunkel haben bei der Einkleidung für die Winterspiele in München Ende Januar gegenüber dem Tagesspiegel erkennen lassen, dass sie weiterhin zusammenlaufen wollen. Nach einem schweren Trainingsunfall im Oktober 2025 hatten sie sich zurückgekämpft. Sowohl beim Kurzprogramm als auch bei der Kür wurden sie von der Jury überraschend schlecht bewertet.

Für die beiden wird es also einmal mehr darum gehen, Anerkennung für ihr rasantes Programm zu finden, das nicht nur bei Olympia viele Fans verzückte. „Wir hatten eine sehr tolle Zeit in Mailand und sind sehr glücklich von den Olympischen Spielen heimgereist“, sagt Hocke. „Das gute Gefühl haben wir mitgenommen.“