Schafft Forster die nächste Medaille im Super-G?: Das bringt der dritte Wettkampftag bei den Paralympics 

Deutschland ist am Wochenende mit sieben Medaillen in die Winterspiele von Mailand/ Cortina 2026 gestartet. Gleich zu Beginn sicherte sich Anna-Lena Forster am Samstag die Goldmedaille bei der Para Ski alpin Abfahrt mit nur wenigen Hundertstel Vorsprung vor der Spanierin Audrey.

Im Para Biathlon kamen weitere deutsche Medaillen hinzu. Anja Wicker gewann Silber im Einzel sowie Bronze im Sprint, außerdem holten Marco Maier und Johanna Recktenwald (mit Begleitläuferin Emily Weiss) Bronze in ihren Sprintentscheidungen. Damit steht Deutschland nach den ersten Wettkämpfen bei sieben Medaillen und auf Platz sieben im Gesamtranking.

Am Montag könnte erneut Forster im Mittelpunkt stehen. Die Monoskifahrerin gehört im Super-G in Cortina d’ Ampezzo zu den Favoritinnen. Bundestrainer Justus Wolf hatte die größten Medaillenhoffnungen des alpinen Teams schon vor den Spielen ausdrücklich mit ihr verbunden. Neben Anna-Lena Forster starten im Super-G unter anderem Andrea Rothfuss und Anna-Maria Rieder, die bei einem fehlerfreien Lauf zumindest in die Nähe der Medaillenränge fahren können.

Der Athlet, der nie ankam

Hinter einer der stillsten Geschichten dieser Paralympics steht der iranische Para Langläufer Aboulfazl Khatibi Mianaei. Er war bereits 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking dabei. In Italien hätte er im Sprint und über zehn Kilometer im klassischen Stil starten sollen. Doch daraus wird nichts.

Das IPC erklärte vor der Eröffnungsfeier, wegen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten habe sich für Mianaei keine sichere Reiseroute nach Italien organisieren lassen. Auch alternative Routen scheiterten und die Kommunikation mit den Verantwortlichen im Iran sei aufgrund der Kriegshandlungen erschwert gewesen. So wurde aus einem Einzelstarter plötzlich die Abwesenheit eines ganzen Landes.

Digitale Serie „Paralympics Zeitung“

Dieser Text erscheint im Rahmen der „Paralympics Zeitung“ – ein Gemeinschaftsprojekt von Tagesspiegel und Aktion Mensch. Alle Texte zu den Winterspielen in Mailand Cortina 2026 finden Sie hier.

Para Eishockey: Deutschland gegen die USA

Am Abend richtet sich der Blick nach Mailand. Dort trifft die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft auf die USA. Nach der deutlichen Niederlage im Auftaktspiel gegen China mit 0:12 geht es für das deutsche Team morgen Abend gegen einen weiteren großen Favoriten des Turniers.

Die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse kommen nicht überraschend: Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten steht die deutsche Mannschaft wieder bei Paralympischen Winterspielen im internationalen Wettbewerb. In der ARD-Sportschau äußerte sich Bundestrainer Willmann trotz der hohen Niederlage optimistisch: „Wir sind für einen Lernprozess hier. Die Jungs hatten Spaß und haben gekämpft und geackert. Das war, was wir wollten.“ In der Startmannschaft im Spiel gegen die USA ist auch der älteste Athlet und Fahnenträger der diesjährigen Paralympics dabei: der 60-jährige Jörg Wedde.