Musikerin Björk ruft Grönländer auf, die Unabhängigkeit zu erklären

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat es auf Grönland abgesehen, das Teil des Königreichs Dänemark ist. Nach dem US-Einsatz in Venezuela fürchtet Europa eine mögliche US-Annexion Grönlands mehr denn je.

Wenn es nach der isländischen Sängerin Björk geht, sollte Grönland aber weder zu Dänemark noch zu den USA gehören. »Die Aussicht, dass meine grönländischen Mitbürger von einem grausamen Kolonialherren unter die Herrschaft eines anderen geraten könnten, ist zu brutal, um sie sich überhaupt vorstellen zu können«, schrieb die 60-Jährige auf Instagram.

Sie wünsche allen Grönländern »viel Erfolg in ihrem Kampf um Unabhängigkeit«. Auch heute noch würden die Menschen in Grönland von Dänemark als Menschen zweiter Klasse behandelt.

Björk verwies in ihrem Post unter anderem auch auf die von den dänischen Behörden durchgeführten »Elternkompetenztests«, die dazu führten, dass grönländische Eltern von ihren Kindern getrennt wurden .

Die Isländer seien sehr erleichtert gewesen, dass sie sich 1944 von Dänemark lösen konnten, schrieb Björk weiter. Die Musikerin beschließt ihren Beitrag mit den Worten »Liebe Grönländer, erklärt die Unabhängigkeit!!!!«.

Das in der Arktis gelegene Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner. Die Insel ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.

Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar immer wieder mit Hinweis auf die nationale Sicherheit umstrittene Besitzansprüche auf Grönland angemeldet.

Die strategische Lage der Insel macht ‌sie zu einem wichtigen Standort für das ‍US-Raketenabwehrsystem. Zudem dürfte der Reichtum an Bodenschätzen das Interesse der USA wecken, da sie anstreben, ihre Abhängigkeit von chinesischen Exporten zu ‍verringern.

Erst ein US-Einsatz in Venezuela, dann in Grönland? Die US-Regierung schürt weiter Angst, die USA könnten die Insel einnehmen. Die Europäer reagieren scharf – was sie bei einer Annexion unternehmen würden, bleibt aber offen. Hier lesen Sie mehr.