Geflüchtete Frauen in Gefahr: Berliner Flüchtlingsrat warnt vor geschlechtsspezifischer Gewalt
Der Berliner Flüchtlingsrat hat den schwarz-roten Senat anlässlich des Internationalen Frauentags aufgefordert, Geflüchtete besser vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen. „Geflüchtete Flinta-Personen tragen nicht nur die Last der Verfolgung und der Flucht, sondern auch die der Unsicherheit und Diskriminierung im Exil“, teilte er mit.
„Flinta“ steht für Frauen, Lesben, intersexuelle, nonbinäre, Trans- und Agender-Personen, also Menschen, die aufgrund ihrer Geschlechteridentität in patriarchalischen Gesellschaften regelmäßig diskriminiert werden. Diese seien in Berlin weiterhin besonderen Risiken ausgesetzt, erklärt der Flüchtlingsrat. „Wer vor geschlechtsspezifischer Verfolgung flieht, braucht hier in Berlin wirksamen Schutz. In Massenunterkünften ist dieser jedoch nicht gewährleistet.“
Flüchtlingsrat fordert kleine Unterkünfte
„Flinta“-Personen müsse daher angemessener Wohnraum und Gesundheitsversorgung garantiert werden. In großen Gemeinschaftsunterkünften erhöhten hohe Belegungszahlen, fehlende Privatsphäre und unzureichend umgesetzte Schutzkonzepte das Risiko von Übergriffen, warnte der Flüchtlingsrat.
Solange es nicht möglich sei, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, seien dezentrale und kleine Unterkünfte nötig. Es brauche getrennte und abschließbare Sanitär- und Schlafbereiche, geschultes Personal und effektive Schutzkonzepte in allen Unterkünften. (dpa)