2. Fußball-Bundesliga: Videobeweis ohne Bildschirm: Hertha siegt in Münster

Hertha BSC spielt nach der Korrektur seines Saisonziels weiter befreit auf und feierten den zweiten Sieg nacheinander. Der Berliner Fußball-Zweitligist setzt sich bei Abstiegskandidat Preußen Münster mit 2:1 (1:0) durch. Vor 12.794 Fans sorgte Fabian Reese (45.+4 Minute) per Foulelfmeter für die Führung der Hertha, Jannis Heuer (46.) glich kurz nach der Pause aus. Marten Winkler (90.+3) schoss die Hertha in der Nachspielzeit zum Sieg.

Nach dem 2:1 gegen Nürnberg sollte beim abstiegsgefährdeten Münster der zweite Sieg nacheinander für die Hertha folgen. Auch wenn Trainer Stefan Leitl sein Team beim Thema Aufstieg nach dem 2:5 in Paderborn vor zwei Wochen nicht mehr in der Verlose sieht, so hatte der 48-Jährige die verbleibenden Spiele zu einer Art Casting für die kommende Saison ausgerufen. Der Trainer möchte Platz sechs erreichen und dabei sehen, auf welchen Spieler er in der kommenden Saison setzen kann.

Kuriose VAR-Entscheidung

Seiner Favoritenrolle wurde die Hertha zunächst gerecht. Die Berliner hatten deutlich mehr Ballbesitz und waren in ihren Abschlüssen gefährlicher als Münster. Doch aus den Möglichkeiten von Josip Brekalo (14./31.) und Michał Karbownik (34.) konnte man kein Kapital aus der Feldüberlegenheit schlagen.

Aufregung dann kurz vor der Pause. Der in die Startelf zurückgekehrte Michaël Cuisance geht an der Strafraumgrenze nach einem Zweikampf mit Niko Koulis zu Boden. Schiedsrichter Felix Bickel wurde vom Videoreferee zur Überprüfung am Bildschirm gerufen, der Monitor blieb auf den TV-Bildern jedoch schwarz. Laut Sky, das sich auf den Sicherheitsdienst berief, hatten zwei Vermummte den Stecker beim Bildschirm gezogen. In seiner Durchsage berief sich Bickel auf seine Video-Kollegin Katrin Rafalski und entschied auf Strafstoß.

Den verwandelte Reese sicher ins untere rechte Eck. Nur zwei Minuten später sah der Stürmer für ein Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte. Damit fehlt Reese kommenden Samstagabend im Top-Spiel gegen den VfL Bochum.

Münster schlägt zurück

Nach der Halbzeitpause hatte Münster direkt seinen ersten Eckball. In einer Variante schlug Oliver Batista Meier eine Flanke in den Strafraum, dort köpfte Heuer den überraschenden Ausgleich. Münster war nun besser im Spiel, Hertha erholte sich nur allmählich von dem unerwarteten Gegentor. Der Spielfluss kam abhanden, Berliner Chancen blieben aus.

Ein Schuss aus der Distanz von Julian Eitschberger (87.) wurde gehalten, Morten Winkler (90.+1) traf aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig. Doch in der Nachspielzeit machte es der 23-Jährige besser und schloss einen sehenswerten Konter erfolgreich ab.

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