Israel und USA greifen Iran an: Berliner Polizei bereitet sich auf mehr Teilnehmer bei Demo vor – Auswirkungen auf Flughafen BER
Der gemeinsame Angriff Israels und der USA auf den Iran hat auch Auswirkungen auf Berlin. Aufgrund der aktuellen Lage rechnet die Polizei mit einer höheren Teilnehmerzahl bei einer Demonstration, die am Samstag um 14 Uhr am Potsdamer Platz starten soll.
Die Kundgebung mit dem Namen „Freiheit für Iran“ war bereits vor dem Militärschlag von Samstagmorgen angemeldet. Erwartet wurden bei dem Protestzug ursprünglich 3000 Teilnehmende; er soll über das Brandenburger Tor bis zur US‑Botschaft führen.
„Wir gehen davon aus, dass mehr Menschen kommen werden als die angemeldeten 3000, und sind entsprechend vorbereitet“, sagte Polizeisprecherin Jane Berndt dem Tagesspiegel. Rund 300 Einsatzkräfte seien vor Ort, weitere stünden in Bereitschaft. Es sei denkbar, dass im Laufe des Tages weitere Versammlungen angemeldet werden, sagte Berndt.
Jüdische, amerikanische und iranische Einrichtungen in der Stadt stehen unter besonderem Schutz. „Wir haben alle gefährdeten Einrichtungen im Blick und sind mit ihnen im Austausch“, sagte Berndt. Die Sicherheitsvorkehrungen seien derzeit ohnehin sehr hoch.
Zwei Flugzeuge mussten umdrehen
Auch auf den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) hat die jüngste Eskalation im Nahen Osten Auswirkungen. Zwei am Samstagmorgen vom BER gestartete Maschinen mussten auf halber Strecke umkehren. „Betroffen waren ein Flug nach Dubai und ein Flug nach Doha“, sagte ein Flughafensprecher dem Tagesspiegel. „Der Luftraum wurde in der Region geschlossen.“
Der Flughafen rechnet mit weiteren Ausfällen. Bereits am Samstagmorgen wurde ein Flug nach Tel Aviv gestrichen. „Reisende sollten sich grundsätzlich direkt an ihre Airline wenden und dort regelmäßig nachfragen“, betonte der Sprecher. Nur die Fluggesellschaften könnten verlässliche Informationen geben. Sollte sich die Lage im Nahen Osten nicht entspannen, seien zusätzliche Ausfälle und Verspätungen wahrscheinlich. „Wenn der Luftraum geschlossen bleibt, müssen manche Maschinen Umwege fliegen – und das kann angesichts der Betankung problematisch werden“, sagte der Sprecher.
Israel greift seit den frühen Morgenstunden erneut Ziele im Iran an. Dabei handle es sich um einen Präventivschlag, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen, sagte Verteidigungsminister Israel Katz. Die USA beteiligen sich nach Angaben von Präsident Donald Trump an den Angriffen ihres Verbündeten. Damit sind die Verhandlungen, die noch in der vergangenen Woche in Genf geführt worden waren, offenbar gescheitert. Größter Streitpunkt war die amerikanische Forderung an das Mullah‑Regime, sein Atomprogramm sofort und dauerhaft einzustellen.