Ganz großes Kino!: Bald ist Berlinale – aber Berlin ist jetzt schon Festivalstadt
Mit halbgefrorenen Zehen und laufender Nase in der Schlange stehen, um dann einen Arthousefilm aus, sagen wir, Turkmenistan zu sehen, es gibt doch nichts Schöneres!
Und weil es fast schon wieder soweit ist (die Berlinale startet am 12. Februar), legen wir Ihnen zur Einstimmung ein paar kleinere Filmfeste vor die Füße, die ganz aktuell stattfinden. Und natürlich einen Ausblick auf die 76. Berliner Filmfestspiele.
Viel Spaß beim Vorbereiten, Planen und vor allem Vorfreuen!
1 Kino meets Sauna
© Let the River Flow
Mit Filmen wie Joachim Triers „Der schlimmste Mensch der Welt“ oder Dag Johan Haugeruds „Oslo Trilogy“ hat sich Norwegen in jüngster Zeit als bemerkenswertes Filmland hervorgetan.
Mit dem Filmfestival „Nor-Way“ widmet das Babylon Mitte der norwegischen Kinolandschaft zehn Tage lang eine Retrospektive mit über 30 Filmen. Dabei werden sowohl erfolgreiche Filme aus den letzten Jahren, etwa das historische Drama „Let the River Flow“ (2023, Foto), als auch frühe Werke wie die Knut-Hamsun-Verfilmung „Segen der Erde“ aus dem Jahr 1921 gezeigt.
Ein schneller Überblick über die wichtigsten Artikel, jeden Sonntag per Mail direkt aus der Tagesspiegel Chefredaktion.
Worauf man sich außerdem freuen kann: Im Kinoticket ist ein kostenfreier Besuch einer der drei mobilen Saunen (plus Whirlpool) inbegriffen. (ero)
Nor-Way
Wo: Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, Mitte, Do 15.1. bis So 25.1.
Tickets: 9 Euro, online hier.
2 Von Fantasy bis Splatter
© imago/Landmark Media/IMAGO/Supplied by LMK
Ein bundesweites Event für Fans des Abseitigen ist das Fantasy Filmfest. An drei Wochenenden sind die ausgewählten zehn Werke aus den Genres Horror, Fantasy oder Science-Fiction in sieben deutschen Großstädten zu sehen.

Der schnellste Berlin-Überblick von Montag bis Samstag.
Wie immer geht es dabei blutig, bisweilen aber auch recht lustig zu. Etwa wenn Mads Mikkelsen in Bryan Fullers Märchenfilm „Dust Bunny“ (Sa 19:30 Uhr) von einem kleinen Mädchen als Jäger für Monster unterm Bett angeheuert wird oder in der Splatterkomödie „deathgasm:goremageddon“ (So 19:30 Uhr) das Treiben auf Heavy-Metal-Festivals durch den blutigen Kakao gezogen wird. (wun)
Fantasy Filmfestival
Wo: Zoo Palast, Hardenbergstr. 29A, Charlottenburg, Sa/So 24./25.1.
Tickets: 14 Euro, online hier.
3 Short and Sweet
© British Shorts/British Shorts
Comedy, Drama, Science-Fiction, Animation, Horror, Dokumentarfilm. Auch bei der 19. Ausgabe des Kurzfilmfestivals British Shorts gibt es kein Genre, das nicht vertreten ist.
In sieben Tagen laufen 150 Filme aus Großbritannien und Irland in sieben Kinos, alle zwischen 3 und 20 Minuten lang. Dazu gibt es Workshops, Talks, Live-Musik und eine Fotoausstellung über das legendäre Scala Cinema in London (1978-1993).
Zum Auftakt ist u.a. das Coming-of-Age-Drama „Crusts“ zu sehen (Foto). Dazu spielt Jim Avignons Musik-Projekt Neoangin. Die sieben Kinos: Sputnik Kino, City Kino Wedding, Acudkino, Filmrauschpalast, Kino Intimes, Klick Kino und im Xenon Kino. (wei)
British Shorts
Wo: 7 Berliner Kinos, Do 22.1. bis Mi 28.1., weitere Infos und Programm können Sie hier einsehen.
Tickets: 12 Euro, erm. 8 Euro (mit Berlinpass), online hier.
4 Naturnah
© imago images/blickwinkel/M. Woike via www.imago-images.de
Im Herbst hat Brandenburg Zehntausende Einwohner mehr als sonst: Kraniche, die auf ihrem Zug in den Süden dort rasten. Einige bleiben auch länger und brüten. Für einen Dokumentarfilm hat ein Filmteam die beeindruckenden Vögel ein Jahr lang quer durch Europa begleitet.

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Er ist einer von 58 Filmen, die derzeit im Rahmen der Ökofilmtour zu sehen sind. Das Brandenburgische Festival des Umwelt- und Naturfilms läuft noch bis April im Nachbarland, oft an Orten, die etwas mit dem Thema des Films zu tun haben, gefolgt von einem Gespräch. (ans)
Ökoflimtour
Wo: „Der Graue Kranich“: NaturParkZentrum am Wildgehege Glauer Tal, Trebbin, Sa 31.1., 17 Uhr
Tickets: Eintritt frei, weitere Informationen gibt es hier.
5 Wo ist der Film zuhause?
© Andreas Nenninger
Geschafft! Wer gerade selbst einen Umzug hinter sich hat, weiß die Leistung noch einmal mehr zu schätzen, mit mehr als 26.000 Filmen, Kostümen und Requisiten umzuziehen. Unter dem Motto „Film lebt hier“ öffnet die Deutsche Kinemathek nun fürs Publikum, in der historischen Halle des E-Werks.
Das Szenografiebüro Chezweitz, das u. a. auch der ständigen Sammlung des Jüdischen Museums ein neues Gesicht geschenkt hat, hat die multimediale Präsentation „Screentime“ gestaltet.
An den ersten drei Tagen lädt die Kinemathek das Publikum bei freiem Eintritt außerdem zu Workshops und Führungen durch die Archive ein. (ipa)
Neueröffnung der Deutschen Kinemathek
Wo: Deutsche Kinemathek, Mauerstr. 79, Mitte, bis Fr 6.2., täglich 10-18 Uhr. Zum Programm des Eröffnungswochenendes geht es hier.
Tickets: Fr-So 23.-25.1. Eintritt frei (Zeitfensterkarten gratis erhältlich), danach 10/7 Euro, online hier.
6 Geschichte erleben
© Farbfilm Verleih
Der zwölfjährige Karli landet im Hotel seiner Eltern mithilfe eines Lastenaufzugs im Jahr 1938. Dort freundet er sich mit dem jüdischen Mädchen Hannah und Schuhputzer Georg an. Gemeinsam lösen sie einen Kriminalfall.
Karli begreift, was für ein Schatten über der Welt seiner neuen Freundin liegt.
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Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus lädt der „Augen-auf-Kinotag“ unter dem Motto „Wann erhebe ich meine Stimme?“ dazu ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Der Film „Das geheime Stockwerk“ rückt junge Perspektiven auf Geschichte ins Zentrum. Im Anschluss diskutieren Regisseur Norbert Lechner und Hauptdarsteller Silas John. (meh)
Augen Auf Kinotag
Wo: Delphi Filmpalast, Kantstr. 12A, Charlottenburg, Di 27.1. 18:30 Uhr
Tickets: 14 Euro, Infos und Tickets gibt es hier.
7 Groß und Glamourös
© dpa/-
So, in drei Wochen geht es los, und die harten Fakten stehen fest. 22 Filme laufen im Wettbewerb (auch „At the Sea“ mit Amy Adams, Foto), drei deutsche Regisseure und Regisseurinnen haben Chancen: Ilker Çatak mit „Gelbe Briefe“, Angela Schanelec mit „Meine Frau weint“ und Eva Trobischs Familiengeschichte „Etwas ganz Besonderes“.
Auch die Spitze der wichtigsten Jury, der Internationalen Jury, ist besetzt: mit Regisseur Wim Wenders („Der Himmel über Berlin“).
Offen ist dagegen, wahrscheinlich auch noch bis kurz vorher, wer am roten Teppich für Star-Alarm sorgen könnte. Filme am Start haben unter anderem Pamela Anderson, Channing Tatum, Ethan Hawke, Russell Crowe, Rupert Grint und Popstar Charli xcx („Brat“).
Man kann sich übrigens wirklich noch mal entspannen: Die ersten Karten gibt es online am 9.2., das Gesamtprogramm wird am 3.2. veröffentlicht. Neu sind vergünstigte Tickets für Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, die sechs Euro kosten. (ans)
76. Berlinale
Wo: Diverse Spielstätten, Do 12.2. bis So 22.2.
Tickets: Karten online immer drei Tage im Voraus (ab jeweils 10 Uhr); Tickets für den Publikumstag (22.2.) und für die Uber Eats Music Hall ab 9.2.