Mohamad B. vom Dienst freigestellt: Er verantwortet den Arabischunterricht in Berlins Schulen – und steht nun unter Extremismusverdacht
Die Berliner Bildungsverwaltung muss ein heikles Personalproblem lösen. Ins Zwielicht geraten ist ihr wichtigster Referent für den Arabischunterricht, Mohamad B. Dem Lehrer wird vorgeworfen, eng mit einer islamistischen Organisation verbunden gewesen zu sein. Zuerst berichtete „Bild“.
Konkret geht es unter anderem um die deutsch-libanesische AMAL-Vereinigung in Berlin, als deren Schatzmeister er seit vielen Jahren fungierte oder auch noch fungiert. Dies ist auch auf dem Firmenportal Northdata nachlesbar. Dort sind auch Kontakte des Referenten zur Palästinensischen Gesellschaft für Menschenrechte und Rückkehrrecht Deutschland (PGMR) aufgeführt. Auch dort soll der Lehrer Schatzmeister gewesen sein.
„Bild“ zitiert das Bundesinnenministerium, wonach die deutsch-libanesische AMAL-Vereinigung „als Verein mit Nähe zur AMAL-Bewegung bekannt“ sei. Die AMAL-Bewegung sei eine libanesische Partei und Miliz, die mit der Terrororganisation Hisbollah verbündet sei, zitiert die Zeitung weiter. In deutschen Verfassungsschutzberichten werde sie unter islamistischen und islamistisch-terroristischen Organisationen gelistet und als schiitisch-extremistische Miliz bezeichnet.
Mohamad B. arbeitet als Lehrer an der Carl-Bolle-Schule
Nach Informationen des Tagesspiegels wurde B. am Donnerstag vom Unterricht an der Moabiter Carl-Bolle-Schule freigestellt. Ein Vertreter der Bildungsverwaltung sei an der Schule erschienen. Die Schule war 2025 wegen schwulenfeindlichen Mobbings eines Lehrers durch muslimische Schüler bekannt geworden. Der Tagesspiegel berichtete mehrfach. Die Bildungsverwaltung wollte die Vorwürfe gegen die Lehrkraft nicht bestätigen.
Nach Bekanntwerden des Sachverhalts haben die zuständigen Stellen mit der betroffenen Person gesprochen und weitere Schritte veranlasst.
Ein Sprecher der Bildungsbehörde
„Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Personaleinzelangelegenheiten grundsätzlich nicht äußern“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Nach Bekanntwerden des Sachverhalts hätten aber „die zuständigen Stellen mit der betroffenen Person gesprochen und weitere Schritte veranlasst“.
„Allgemein“ wies die Verwaltung darauf hin, dass Landesbedienstete grundsätzlich in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis zum Staat stünden. Sie seien verpflichtet, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu achten und sich zu deren Wahrung zu bekennen.
Mohamad B. ist seit vielen Jahren in der Senatsverwaltung für Bildung als Referent für den so genannten „Herkunftssprachlichen Unterricht“ (HSU) tätig, wurde also eingesetzt, als die Behörde noch unter SPD-Führung war. Auch der „Verein der Arabischlehr*innen“ lud im Jahr 2021 zu einem Workshop mit ihm ein.